HERMANN-EHLERS-SCHULE

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FRÜHLINGSKONZERT


Seit letztem Jahr kooperiert die HES mit der Wiesbadener Kunst- und Musikschule. Daraus entstanden ist die Singklasse, bestehend aus 42 Schülern der fünften und sechsten Klassen. Auf Einladung des schulinternen Fördervereins präsentierten die Jungen und Mädchen unter der Leitung von Daniela Vogt-Rathay, Lehrkraft an der Kunst- und Musikschule, ihrem großen Publikum in der Aula einen bunten Frühlingsstrauß ihres gesanglichen Könnens. Stimmliche Unterstützung erhielten die jungen Sängerinnen und Sänger durch die musikalische Begleitung des Ensembles „Kurt und Schmerzlos“ mit Kurt Sternberger (Bariton), Sabine Gramenz (Sopran), Dr. Jörg Siemer (Violine) und Markus Fischer (Klavier).

Mit zunächst ungewohnten, dann spannenden Klängen eröffnete die Klasse 5c mit ihrem Projekt „Singende Steine“ unter der Leitung von Klassenlehrerin Inge Hartung-Gössl und Klangkünstler Philipp UIrich den musikalischen Nachmittag. Kleine und große Steine rollten quer über die frühlingshaft geschmückte Bühne und brachten dadurch ihrem Publikum den speziellen Klang der „singenden Steine“ in unterschiedlichen Tonarten näher. Jeweils zwei Steine aufeinander klopfend ließen drei Schülerinnen ihre eigenen Melodien ertönen. Vier weitere Schüler funktionierten ihre kleinen Schiefertafelstücke zu Musikinstrumenten um und erzeugten mit ihren Kreidestücken leise Stakkato-Rhythmen im dynamischen Takt. Ihren Höhepunkt gestaltete die Klangprojekt-Klasse unter der Leitung ihres Dirigenten und Mitschülers Wilko.

Ein großes Raunen ging durch die Aula, als Kurt Sternberger als kreative Kopf des Ensembles „Kurt und Schmerzlos“ das Lied vom Vogelfänger „Papageno“ aus Mozarts „Zauberflöte“ als nächsten Programmpunkt ankündigte. Im Duett erklang Sternbergers Bariton ein einer gesanglichen Balz mit Gramenz‘ Sopran und sorgte für Begeisterung im Publikum. Schwungvoll ging es anschließend mit „Erika“ weiter, wobei Jörg Siemer durch humorvolle Zwischeneinsätze mit neckischen Worten und virtuosem Violinenspiel Sternbergers gespielt schmachtenden Gesang unterstrich und damit für Schmunzler im Publikum sorgte.

Vor der Pause war es dann für unsere Musikklasse endlich soweit: Mit „Mein kleiner grüner Kaktus“ stellten die Jungen (mit grüngelber Krepp-Fliege) und die Mädchen (mit gelbgrüner Blume geschmückt) von Markus Fischers flottem Klavierspiel begleitet, ihr gesangliches Können unter Beweis. Zuvor gab sich Bariton-Sänger Sternberger, der sich für den Gesang unter die kleinen Leute mischte, den Zuhörern einen kurzen Einblick in die Entstehungsgeschichte dieses Liedes von 1934. Besonders für die Jüngeren im Publikum stellten die Klassiker wie dieser der Comedian Harmonists einen ganz neuen Einblick in einen für sie zeitlich fremden Abschnitt der Musikgeschichte dar. So empfand auch Tamara aus der 8. Klasse, die sich in den Bann ziehen ließ und aus dem Staunen nicht mehr heraus kam. Sternberger freute sich, die Schülerinnen und Schüler aus dem Publikum damit zum faszinierenden Staunen bringen zu können.

Für das bemerkenswerte Interesse an dem kulturellen Schulangebot sprach auch die große Bandbreite des Publikums. Bei diesem konnte Schulleiterin Annegret Lilge neben den Familien der jungen Schülerinnen und Schüler, schulinterne Lehrkräfte, sowie Anwohner aus Erbenheim begrüßen, die sich im Anschluss an das Konzert besonders angenehm überrascht über das Programm äußerten.

In der Pause lud der Förderverein unter Projektleiterin Frau Göbel die Gäste zur Stärkung an das Büffet ein, das von Groß und Klein gut angenommen wurde.
Den zweiten Teil des Konzerts eröffnete die Singklasse mit ihrem kraftvollen „Ich bin ich (Wir sind wir)“ des Berliner Gesangduos Rosenstolz. Mit diesem Beitrag entwickelten die jungen Sängerinnen und Sänger eine bemerkenswerte Dynamik auf der Bühne und bewiesen damit, dass sie auch neue Lieder schon gut beherrschen.

Keiner ließ sich wirklich die Aufregung anmerken. Etwas mehr als einen Monat hatten die Jugendlichen einmal wöchentlich in zwei Gruppen zusammen mit ihrer Leiterin Daniela Vogt-Rathay die Lieder für das Konzert eingeübt.

Gemeinsam mit der Singklasse und dem Publikum verliehen Sternberger und Gramenz ihrer „Sehnsucht nach dem Frühling“ Ausdruck, indem sie zusammen stimmgewaltig das von Mozart komponierte Lied durch die Aula schmetterten. Gekrönt wurde diese fröhliche gesangliche Gemeinschaftsarbeit mit den „Comedian Harmonists“-Klassiker „Veronika, der Lenz ist da“. Einen erfolgreichen Sprung in das Ende der fünfziger Jahre gelang der Singklasse und Sternberger mit einer herzigen Präsentation des Louis Armstrong-Duetts „Uncle Satchmo’s Lullaby“.

Seine individuelle Rundung erhielt das erste Frühlingskonzert in der HES durch das umgeschriebene Stück „Sag beim Abschied leise Guude“.

Kurt Sternberger mit seinem Ensemble, der Förderverein und die Schulleitung schließen weitere Konzerte in nächster Zukunft nicht aus.

Quelle: Christin Lilge. „Ein Katzenduett zwischen Flieder und Kaktus. Erstes öffentliches Frühlingskonzert in der Hermann-Ehlers-Schule/ Mit Singklasse, Klangprojekt und dem Ensemble „Kurt und Schmerzlos“ dem Frühling auf der Spur. EA, 15.04.2011.