Präsentationen Betriebspraktikum Jahrgang 8
Im März dieses Jahres verwandelte sich die Mensa unserer Schule in eine Art Praktikumsmesse. Die circa 105 Schüler im Durchschnittsalter von 14 Jahren waren aus ihren dreiwöchigen Praktika mit reichhaltigen Erfahrungen und Eindrücken zurückgekehrt und konnten jeweils an 36 nach Berufsfeldern geordneten Tischen ihren Mitschülern, Eltern und Lehrern und anderen Interessierten die Ergebnisse ihres jeweiligen Orientierungspraktikums vorstellen:
Tierliebe, Neugierde und die Fähigkeit, Verantwortung zu übernehmen, sind nur einige Eigenschaften, die für den Beruf der Tierpflegerin wichtig sind. Diana aus der achten Klasse schwärmte regelrecht von ihrem Praktikum beim Tierschutzverein Wiesbaden. Da sie selbst zuhause eine Katze und ein Kaninchen hat, weiß sie, wie es ist, Verantwortung für Tiere zu übernehmen. Ihre Hauptmotivation sei der Kontakt mit und die Verantwortung für die Tiere gewesen. Ihr Praktikum in der neunten Klasse möchte Diana im Frankfurter Zoo absolvieren. Aber auch die anstrengenden und weniger angenehmen Seiten lernen die Schülerinnen und Schüler kennen. So hat Dianas Klassenkameradin Tamara neben vielen positiven Erlebnissen während ihrer Praktikumszeit in der Fasanerie auch lernen müssen, das zum Beruf des Tierpflegers neben dem regelmäßigen Gehegesäubern die Zubereitung von dem für Menschen unangenehm riechenden Pansen genauso dazu gehört wie zuvor getötete Kaninchen als Beutetiere für die Raubtiere. Dass es daher für alle zukünftigen Tierpflegepraktikanten wichtig sei, eine Unempfindlichkeit gegenüber solchen oft unangenehmen Reizen zu entwickeln, ist einer der nützlichen Tipps, die Tamara ihren (jungen) Besuchern mit auf den Weg gibt.
Für Recht und Ordnung sorgten drei Wochen lang fünf unserer Schüler mit den Polizisten verschiedener Zweigstellen. Sven absolvierte sein Praktikum bei der Bereitschaftspolizei, während Selina ihrem besonderen Interesse für die Revierarbeit bei der Polizei Westhessen nachging. Sven und Selina waren sich einig, dass besonders eine gute körperliche Fitness für den Polizeiberuf erforderlich ist.
Dass sich ein Schüler mit seinem Praktikumsbetrieb richtig identifizieren kann, bewies Robin, der sich als Praktikant im Einzelhandel erfuhr. Extra für den Präsentationsnachmittag hatte er sich noch einmal in sein schwarz-gelbes Lego-Store-Poloshirt geworfen und schwärmte von seiner erfahrungsreichen Praktikumszeit.
In eine ganz andere Richtung orientierte sich Sandro, der sich schon länger für den Beruf des Architekten interessiert. Dabei sind für ihn die Perspektive der Planung und des Baus sowie die Gebäudenutzung interessant. Für die Planung seines Filmpappen-Modell einer neuen Handball-Sporthalle im Maßstab 1:200 habe er acht, für die restlich Erstellung vier Stunden gebraucht. Der Beruf des Architekten sei sein Traumberuf, so der 13-Jährige, der durch seine Praktikumszeit kritischer gegenüber der Wiesbadener Gebäudelandschaft wurde. So seien zu viele Einkaufszentren in Wiesbadens Innenstadt gebaut worden.
Sandros Mitschüler Pierre hat drei Wochen den Erzieherinnen der evangelischen Kindertagesstätte „Die Kinderinsel“ über die Schulter geschaut und viel aus dieser Zeit mitgenommen. Ordnung, die Bereitschaft zum Mitlaufen und über die Schulter zu schauen sind drei Tipps, die Pierre zukünftigen Praktikantinnen und Praktikanten mit auf den Weg gibt.
Ordnung und Genauigkeit erlernte Maris als Metallbau-Praktikant. In einem Familienunternehmen absolvierte er seine Praktikumszeit und präsentierte am Stand stolz seinen massiven selbstgeschmiedeten und -gelöteten Kerzenständer. Eine wichtige Erkenntnis hat Maris aus seiner Praktikumszeit mitgenommen: Seine Betreuer haben ihm geraten, sein handwerkliches Geschick weiter auszubauen. – Das hat sich der 15-Jährige auch vorgenommen.
Den Praktikumsnachmittag organisierte unsere Förderschullehrerin Frau Rühl-Krentel, die auch drei der achten Klasse in Arbeitslehre (AL) unterrichtet. Mit ihren Kollegen Herrn Weber, Herrn Panitz, Herrn Mitteau teilte sich Frau Rühl-Krentel die Recherche nach und die Besuche in den einzelnen Betrieben und zeigte sich sehr zufrieden mit dem aktuellen Jahrgang 8. Für sie war es besonders wichtig, dass die Jugendlichen für eine gewisse Zeit aus dem geschützten Rahmen der Schule austreten, sich in einem anderen, fremden Umfeld erfahren und dabei lernen, sich auf dieses einzustellen.
Auch Schulleiterin Annegret Lilge war bei ihrem Besuch in der Mensa sehr beeindruckt von der Vielfalt der am Präsentationsnachmittag vorgestellten Berufsbilder und deren kompetenter Präsentation ihrer Achtklässler.
Quelle: Christin Lilge. „Achtklässler berichteten von Praktikumserfahrungen. Offener Präsentationsnachmittag als Berufsmarktplatz und Informationsplattform“. EA, 01.04.2011.