HERMANN-EHLERS-SCHULE

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Ausbildungsmesse 2011 der Lernpartner an der

Hermann-Ehlers-Schule


Dass die HES ihre Schülerinnen und Schüler auf ihrem berufsvorbereitenden Weg begleitet und mit unterschiedlichen Angeboten auf die Anforderungen der Arbeitswelt vorbereitet, gehört seit Jahren zum pädagogischen Konzept der Schule. Mit der siebten Ausbildungsmesse organisierte Stufenleiter Herr Seelmann-Eggebert für die Jahrgänge sieben bis zehn eine Bandbreite an Kontaktmöglichkeiten mit den Lernpartnern „Elektroinstallation Maus“, „Evim“, der Handwerkskammer Wiesbaden, der Landschaftsgärtnerei „Gramenz“, „Baumstark Wärme- und Gesundheitstechnik KG“, „Barmer GEK“, „Bundesagentur für Arbeit“, „Jobnavi“ sowie der „Nassauischen Sparkasse“.

In eng aufeinander folgenden Zeitfenstern hatten die drei Jahrgänge Gelegenheit, Kontakte zu knüpfen und wertvolle Informationen auf ihren Laufzetteln festzuhalten.

Es klackt leise, dann werden zwei zuvor separate, schmale und komplett runde Metallrohrstücke zu einem Ganzen. Fasziniert verfolgen viele Schüler, aber auch Schülerinnen des achten Jahrgangs den Umgang mit der sogenannten „Pressgun 4B“ durch ihren Mitschüler Adrian. Die „Pressgun“ drückt nicht nur die Rohre zusammen, sondern formt die Schnittstelle zu einem Sechskant. So lassen sich die Rohre in heilem Zustand nicht trennen. Auch die 14-jährige Merve aus der Klasse 9c ist fasziniert von der Technik der „Pressgun“. Obwohl sie für ihren Traumberuf nach der neunten Klasse eine Lehre zur zahnmedizinischen Angestellten beginnen möchte, nutzt sie, wie alle anderen Mitschüler, den Einblick in die handwerkliche Arbeitswelt. Dass sie sich am Informationsstand der Wärme- und Gesundheitstechnik „Theo Baumstark GmbH & Co“ praktisch im Bereich Handwerk versuchen können, kommt bei der Schülerschaft besonders gut an.

Nachdem die achten Klassen bei ihrem selbstständigen Rundgang auf ihren Laufzetteln Informationen von den Ständen ihrer Wahl eingeholt haben, um diese im Anschlussunterricht mit ihren Lehrerinnen und Lehrern aufzubereiten, hat Meister Tiede bereits keine Übungsrohre mehr. Dabei stellt sich heraus, dass die ersten Versuche an der „Pressgun“ für die achten Klassen interessant sind, während die neunten und zehnten Klassen andere Schwerpunkte setzen. Was sie noch nicht kennen, aber vom Auszubildenden Süleyman Dimirtas erfahren, ist Konkretes über den Ablauf seines Arbeitsalltags. Der beginnt bereits um 7 Uhr morgens und endet für den Auszubildenden zum Anlagemechaniker mit Schwerpunkt Wassertechnik um circa 16 Uhr. Von Dimirtas erfahren unsere Schülerinnen und Schüler auch, dass besonders handwerkliches Geschick eine wichtige Voraussetzung für eine solche Ausbildung ist und dass sich diese durch den Wechsel von praktischen Arbeitsphasen an unterschiedlichen Arbeitsorten und theoretischen Lernblöcken in der Berufsschule gestalten. Bei Dimirtas‘ und Tiedes Handwerk geht es jedoch nicht nur um die fachmännische Verlegung von Rohren, sondern auch um das damit verbundende Fachwissen.
Ein abwechslungsreiches Handwerk ist auch der Beruf des Landschaftsgärtners, zu dem sich die Schülerinnen und Schüler bei der Landschaftsgärtnerei „Gramenz“ ausbilden lassen oder den Beruf zunächst durch ein Praktikum kennenlernen können. Dabei ist diese Firma mit derzeit 19 Auszubildenden im dritten Lehrjahr ein wichtiger Kooperationspartner für die HES, nicht zuletzt durch das 25.000 Euro teure Projekt „Grünes Klassenzimmer“, das auf Schulhof II entstanden ist und regelmäßig in den Schulalltag integriert wird.
Aber auch die anderen Stände finden regen Zulauf bei unseren Schülern. Unterstützung und Rat bietet an ihrem Stand der Bundesagentur für Arbeit Berufsberaterin Inge Urban, die dem Jahrgang 8 bereits als Kooperationspartnerin bekannt ist.
Frank Liebchen von der Handwerkskammer Wiesbaden wird an seinem Stand nicht müde zu betonen, dass Zuverlässigkeit und Pünktlichkeit zwei wichtige Werte für zukünftige Azubis seien und bringt damit die Meinung vieler (Handwerks)betriebe, die aktuell dringend nach Auszubildenden suchen, auf den Punkt.
Wie Frank Liebchen sind auch Petra Maus, für Büroangelegenheiten bei „Elektroinstallation Maus“ zuständig, Sozialkompetenzen wie Zuverlässigkeit, Teamfähigkeit und Toleranz wichtig. Diese sind Teil des Anforderungsprofils ihres - derzeit sechs Mitarbeiter und einem Azubi starken - Familienunternehmens, das seit der ersten Ausbildungsmesse in der HES eine konstante Größe bei den Lernpartnern ist. Bei „Elektroinstallation Maus“ werden auch Praktikanten durchgängig betreut. Der Azubi ist bereits im vierten Lehrjahr, 2012 wird dieser Ausbildungsplatz für einen zukünftigen, handwerklich begabten Azubi frei. Die Chance, von Firma „Maus“ übernommen zu werden, ist groß. Obwohl Petra Maus, Mutter von Michael (ehemaliger HES-Schüler und derzeit Student an der Technischen Universität Darmstadt) und ihr Mann Jürgen (Inhaber des seit 1977 bestehenden Betriebs in Nordenstadt) zufrieden mit der Resonanz an ihrem Stand sind, wünscht sie sich, dass die Schülerinnen und Schüler wahres Interesse an Handwerksberufen zeigen und nicht nur ihren Laufzettel abarbeiten.

Harald Pfaff (Sozialarbeiter beim Amt für Wirtschaft und Liegenschaften der Stadt Wiesbaden) vertritt die Anlaufstelle „Jobnavi“ für Jugendliche zum ersten Mal bei unserer Ausbildungsmesse. An seinem Stand finden die zahlreichen interessierten Jugendlichen wertvolle Tipps, unter anderem zur effektiven Bewerbung für ihren Berufswunsch. Dabei ist es Pfaff besonders wichtig, den Jugendlichen Richtlinien zu geben. Zum Angebot „Jobnavi“ gehört auch der Service, Jugendliche mit ihren Bewerbungsmappen in der Anlaufstelle zu beraten, mit ihnen Bewerbungscoachings durchzuführen, Workshops anzubieten und zusammen mit Jugendgruppen Einrichtungen auf Betriebstagen und –rundgängen kennenzulernen.

Wer sich im sozialen Bereich engagieren will oder an einem Freiwilligen Sozialen Jahr (FSJ) interessiert ist, informiert sich am Stand der „EVIM“ (Evangelischer Verein für Innere Mission in Nassau) und kann sich dort auch ausführlich beraten lassen.
Eine geschickte Taktik haben sich Denis Asil (Vertriebsbeauftragter der Barmer GEK) und sein Kollege Matthias Rasch ausgedacht. Neben viel Informationsmaterial und persönlichen Gesprächen über die Ausbildung zum Sozialversicherungsfachangestellten steht besonders die große Schüssel mit Bonbons im Focus der Jugendlichen. Jedoch sind die Bonbons nicht zum Naschen da, sondern Teil eines Schätz-Gewinnspiels, bei dem es eine „Wii“-Spielkonsole zu gewinnen gibt und das von den Jugendlichen rege angenommen wird. Bereits bei der fröhlichen Kurzvorstellung Asils freut sich der Vertriebsbeauftragte auf viele Gespräche mit unseren Schülerinnen und Schülern, die ein Praktikum von zwei Wochen bis zu einem Jahr bei unserem Lernpartnerbetrieb absolvieren können.
Ein freudiges Wiedersehen gab es bei der Ausbildungsmesse 2011 für Messe-Organisator Herrn Seelmann-Eggebert. Er traf seine ehemalige Schülerin Nicole Haybach, die aktuell bei der Nassauischen Sparkasse (Naspa) arbeitet und zusammen mit ihrem Kollegen Milan Vujcic die Bank mit einem Stand vertritt. Nicole hat 2007 die HES mit Realschulabschluss verlassen und ihren Fachabschluss im Bereich Wirtschaft und Verwaltung gemacht. Wie ihr Kollege, weiß auch Nicole die intensive Unterstützung ihres Arbeitgebers in Form von innerbetrieblichen Fortbildungen sehr zu schätzen.

Am Ende der Messe sieht Herr Seelmann-Eggebert seine Intention erfüllt, unseren Schülerinnen und Schülern ihre Ängste vor der Arbeitswelt zu nehmen und den Zugang zu den Betrieben durch Dialoge und Verabredungen Bewerbungsgesprächen zu ermöglichen.
Zeitlich wird die Ausbildungsmesse der HES-Lernpartner in 2012 neu strukturiert, da die aufgrund an die Messe 2011 anschließende Essensvorbereitung in der Mensa sehr eng getaktet war.

Quelle: Christin Lilge. Schüler und Lernpartner gestalten gemeinsam Chancen für die berufliche Zukunft. EA, 07.10.2011.